Selbstheilungskräfte aktivieren durch intuitiven Tanz

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema der Selbstheilung, unter anderem ausgelöst dadurch, dass ich in den letzten Jahren zunehmend eine innere Abwehr gegen die allzu schnelle Einnahme von Medikamenten bei gesundheitlichen Beschwerden verspürte. In den meisten Fällen lindern Medikamente die Beschwerden (z.B. Kopfschmerzen) zwar erfolgreich – die eigentliche Ursache des Symptoms bleibt jedoch oftmals unberührt. (Ganz nach dem Motto: „Eine Erkältung dauert ohne Behandlung 7 Tage, mit Behandlung eine Woche.“)
Natürlich ist der Griff zur Schmerztablette verständlich, wenn einem der Kopf fast zerspringt – bietet die Medizin doch einen schnellen und einfachen Weg, das Problem „aus der Welt“ (also aus der Wahrnehmung) zu schaffen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass jedes Symptom unseres Körpers ein klares Signal an uns ist – haben wir beispielsweise Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen, sind das deutliche und klare Anzeichen für die akuten Bedürfnisse unseres Körpers: Ruhe, Erholung, weitestgehende Inaktivität. Hier nun ein Medikament einzunehmen, welches die Symptome soweit lindert, dass wir weiterhin den normalen [oftmals stressigen] Anforderungen unseres Alltags nachkommen können, heißt auch, die Signale und die eigentlichen Bedürfnisse unseres Körpers zu ignorieren – und das ist zwar durchaus hin und wieder verkraftbar, auf längere Sicht stellt sich jedoch die Frage, ob wir nicht unseren gesamtgesundheitlichen Zustand dadurch schwächen bzw. zunehmend unsensibler für die Signale unseres Körpers werden.

Erste Erfahrungen

Auch mein eigener gesundheitlicher Zustand war in den letzten zwei Jahren alles andere als zufriedenstellend (vor allem relativ zu meinem jungen Alter). Sehr häufig hatte ich mit heftigen Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen und immer wieder machte mir eine starke körperliche Erschöpfung/Müdigkeit zu schaffen. Außerdem zeigte sich vor etwa 2014 erstmalig eine sehr seltene, degenerative Erkrankung der Hornhaut meiner Augen.
Eines Tages, als die Symptome wieder einmal intensiv zu spüren waren, stand ich in meinem Wohnzimmer und griff spontan zu meinem Musikplayer. Die Musik begann zu spielen und ich stand zunächst einfach nur still und regungslos da und lauschte den Klängen. Irgendwann begann ich, zunächst zögerlich, einen Fuß zum Beat zu bewegen und schloss nach einer gewissen „Eingewöhnungszeit“ auch die Augen, um mich noch besser auf die Musik konzentrieren zu können. Schließlich entfalteten sich intuitiv immer neue Bewegungen, einmal fließend und harmonisch, dann wieder abgehackt und wie blockiert; da waren ganz kleine und ganz große Bewegungen; heftige und sanfte. Immer klarere Bewegungsimpulse stiegen in mir auf und ich gab mich der Musik und der Bewegung etwa eine Stunde lang hin. Danach blieb ich noch eine Weile ruhig stehen und ließ alles in mir nachklingen. In den nächsten Tagen war ich vollkommen [!] beschwerdefrei, was für mich in der damaligen Phase einem Wunder glich…

Selbstheilungskräfte 1Dieses Erlebnis führte dazu, dass ich einerseits die Praxis des intuitiven Tanzens immer wieder ausübte und andererseits damit begann, mich mehr mit Heilungsprozessen auf energetischer Ebene zu befassen. Denn auch, wenn eine Stunde intuitiver Tanz durchaus schweißtreibend sein kann – es ist deutlich spürbar nicht so sehr der Umstand, sich rein körperlich in Bewegung zu versetzen, der vordergründig hilft. Vielmehr sind es die intuitiv aufkommenden, teilweise auch sehr seltsam anmutenden Bewegungen, die unmittelbar und auch nachhaltig eine Verbesserung hervorrufen.

Gerade in den letzten zwei Monaten praktizierte ich das intuitive Tanzen intensiver und regelmäßiger als zuvor und auch immer zum gleichen Musikalbum. Dadurch bemerkte ich, dass auch ein und dieselbe Musik immer wieder völlig neue Bewegungen hervorbringt und es an vielen Tagen sogar einen bestimmten „Schwerpunkt“ gibt – beispielsweise sind einmal hauptsächlich die Beine aktiv und die gesamte Aufmerksamkeit und Energie konzentriert sich in Bewegungen mit den Füßen und Beinen. Ein andermal sind es dann die Hände und Arme, die im Vordergrund stehen, während die Beine für einen ruhigen, sicheren Stand sorgen. Mit der Zeit wird man auch immer sensibler und nimmt immer kleinere „Energieknoten“ wahr – so kann es auch vorkommen, dass sich die gesamte Bewegung rund um einen sehr kleinen Körperbereich entfalten kann [etwa um ein bestimmtes Organ].

Der Effekt von einer halben bis vollen Stunde intuitiven Tanzens ist meist das Gefühl einer intensiven, klaren, gereinigten Kraft und eine angenehme, warme Belebtheit aller [bzw. in manchen Fällen eben ganz bestimmter] Bereiche des Körpers.

Vorteile und Anfangsschwierigkeiten

Was mir besonders an dieser Praxis gefällt, ist, dass sie völlig kostenlos, nicht an einen Ort gebunden und einfach auszuüben ist. Außerdem ist es immer wieder etwas völlig Neues – jede Tanzsession ist einzigartig! Es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich, und man benötigt auch kein „Talent zum Tanzen“. Das Einzige, was man braucht, ist Musik und ein bisschen Zeit, in der man alleine und ungestört ist.
Zu Anfangs und auch in den ersten Minuten einer Session kann es vorkommen, dass man sich „beobachtet“ fühlt, oder dass man sich selbst „von außen“ betrachtet bei seinen Bewegungen. Es können auch Gefühle der Scham oder des „peinlich-berührt-seins“ aufkommen, vor allem am Anfang. Dann hilft es, sich bewusst zu machen, dass es niemanden gibt, der hierüber urteilt (außer man selbst möglicherweise) und den Fokus wieder zurück zu lenken in sein Inneres, sich also wieder assoziiert von innen heraus wahrzunehmen. Ebenfalls hilfreich ist es, sich in Erinnerung zu rufen, dass es hier und jetzt absolut nichts zu leisten gibt. Manchmal, wenn ich „raus“ komme, bleibe ich auch einfach kurz regungslos stehen, sammle mich und beginne von Neuem ganz vorsichtig, die Impulse zu bestimmten Bewegungen intuitiv aufsteigen zu lassen. Mit der Zeit fallen die Hemmungen dann immer schneller ab und irgendwann ist man ab der ersten Minute schon vollkommen im Flow.

Selbstheilungskräfte aktivieren Intuitiver TanzEin weiterer wichtiger Aspekt ist, es einfach geschehen zu lassen. Es ist wichtig, die Bewegungen nicht zu „machen“, sondern sie vielmehr zuzulassen. Jede Bewegung, die passiert, ist gut und richtig so! Egal, wie seltsam sie einem auch erscheinen mag. Auch kann es passieren, dass Emotionen aufsteigen, wie Wut oder Trauer, oder auch Freude und der Impuls, zu lachen. Wenn dies geschieht, integriere ich einfach die Emotion in die Bewegungen und agiere sie so lange aus, bis sie wieder abklingt.
Obwohl sich der Atem nach einiger Zeit von selbst vertieft und sich freier anfühlt, achte ich immer wieder auch bewusst darauf, tief zu atmen – und besonders dann, wenn sich emotionale Blockaden lösen, bevorzuge ich tiefe Atemzüge durch den Mund.

Kleiner Tipp: Barfuß zu tanzen erhöht die Qualität der Erfahrung deutlich, da hier ein viel sensibleres Gespür für den Boden und die einzelnen Bewegungen möglich wird.

Noch kleinerer Tipp: An Tagen, wo du dich richtig auspowern möchtest, kannst du in jede Hand eine leichte Hantel nehmen und die Gewichte in deine Bewegungen integrieren (ich verwende dann gerne kleine 1kg-Hanteln).

Intuitiver Tanz kann ein Weg sein, um…
  • …deinen Körper zu energetisieren und zu harmonisieren
  • …energetische Blockaden zu lockern und zu bereinigen
  • …unterdrückte oder angestaute Emotionen auszuagieren und zu lösen
  • …deine Muskeln und deine Ausdauer auf schonende Weise zu trainieren
  • …deine Fähigkeit zum freien Ausdruck wieder zu beleben
  • …mit deiner Intuition und der inneren Weisheit deines Körpers in Kontakt zu kommen
  • …deine Lebenskraft zu stärken und deine Selbstheilungsfähigkeiten zu aktivieren

Musikalische Reize in Bewegungen auszudrücken ist eine dem Menschen mitgegebene Fähigkeit, schon (oder gerade?) als Kind können wir das ausgezeichnet. Beim intuitiven Tanz gibt es kein „gut“ oder „schlecht“ – es gibt nur Dich, die Musik und die Einzigartigkeit deiner Bewegungen.

„Niemand kann mir nehmen, 
was ich getanzt habe.“
(Spanisches Sprichwort)

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