Tiny House – Leben in Mary Poppins Handtasche

Tiny Houses 4Seit einigen Jahren gibt es die sogenannte „Tiny House Bewegung„, bei welcher es darum geht, mit deutlich weniger Quadratmetern Wohnfläche ein ebenso erfülltes, wenn nicht sogar erfüllteres, Leben zu führen. Auch wenn es keine genaue Festlegung gibt, ab wann ein Tiny House als „tiny“ gilt, kann man als Richtwert 40 – 50 Quadratmeter hernehmen. Ihren Ursprung hat die Bewegung in Amerika, wo die durchschnittliche Größe von Einfamilienhäusern von 165 qm (Mitte der 70er-Jahre) auf 230 qm (heute) angestiegen ist. Große Häuser bieten viele Vorteile, kommen aber auch mit ein paar entscheidenden Nachteilen daher: sie sind sehr kostspielig – nicht nur in der Anschaffung, die oftmals ganze Familien für Jahrzehnte in Schulden stürzt, sondern vor allem auch bei den laufenden Kosten. Zudem kommt hinzu, dass in einem großen Haus wesentlich mehr Ressourcen (Wasser, Strom, Gas, etc.) verbraucht werden als in einem kleinen Haus – der ökologische Fußabdruck schrumpft also gemeinsam mit der Wohnfläche, was mit steigendem Bewusstsein für unsere strapazierte Umwelt ein wichtiges Kriterium ist.

Reduktion auf das Wesentliche

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Für uns persönlich liegt der Reiz an Tiny Houses darin, sich in seinem Besitz auf die wirklich wesentlichen Dinge zu reduzieren – auf 50 qm überlegt man sich ganz genau, welche Möbel man wirklich benötigt und welche Gegenstände und Besitztümer doch lieber nur geborgt oder überhaupt nicht gebraucht werden. (Hierzu passt auch unser Artikel über Minimalismus.) Ein weiterer toller Aspekt: je kleiner die Wohnfläche, umso geringer der Zeitaufwand! Wenn man auf 200 qm Wert auf Hygiene und Ordnung legt, ist das ein Full-Time-Job. Kaum ist man einmal durch, kann man am anderen Ende wieder anfangen mit aufräumen und putzen. :-p Ein ewiger Wettlauf gegen die Entropie. Auf nur 40 qm räumt es sich natürlich wesentlich schneller und leichter auf. Ein Tiny House schenkt Dir dadurch nicht nur eine Konzentration Deiner Kraft auf das Wesentliche, sondern vor allem auch mehr Zeit.

 

Tiny House Design

TinyHouse 5Und wer bei einem Tiny House nun innere Bilder von abgenutzten Trailer-Parks oder holzwurmbefallenen Waldhütten im Kopf hat, dem sei gesagt: Dadurch, dass Downsizing im Trend liegt, gibt es heute die gesamte Bandbreite von Tiny Houses – von komplett selbstversorgend (eigener Wasserkreislauf, eigene Stromerzeugung) wie beim Earth Ship über stylisch und umweltfreundlich wie bei Wohnwagon bis hin zu luxuriöser Modularbauweise wie bei weehouse – für jeden Geschmack gibt es mittlerweile das passende Angebot. Besonders faszinierend finden wir, dass viele Tiny Houses jeden Quadrat-Millimeter klug und praktikabel nutzen – da kommt plötzlich hier noch eine Lade zum Vorschein, oder es lässt sich dort noch ein kleiner Tisch herunterklappen. Es ist wie bei Mary Poppin’s Handtasche: von außen „klein“, aber innen unfassbar „groß“.

Persönliche Erfahrung und Vision
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http://www.simondale.net

Alleine in den vergangenen 10 Jahren bin ich 5 Mal umgezogen und habe alle Varianten des Wohnens durchlebt: von der Villa meiner Eltern mit 380 qm bis hin zum kleinen 15 qm-WG-Zimmer, das zu zweit bewohnt wurde, war alles dabei. Derzeit wohnen wir zu zweit mit Hund auf 59 qm. Eine Erfahrung war dabei besonders prägend: Solange Du Dir innerlich gewahr bist, dass aller Besitz nur „geborgt“ ist und nicht daran anhaftest, kannst Du Dich auf jeder Wohnfläche wohlfühlen und dankbar für das sein, was Dir zur Verfügung steht. Die Idee, eines Tages in einem Tiny House zu wohnen und drumherum einen kleinen Selbstversorger-Garten zu nutzen, lässt mein Herzchen dennoch höher schlagen. Für mich persönlich ist es befreiend, mich auch im Außen von Besitz zu lösen, der nicht länger einen Nutzen für mich birgt. Durch verschiedene glückliche Fügungen dürfen wir demnächst mal das Leben mit Garten kennen lernen und eine Haushälfte am Land beziehen. Das Tiny House unserer Träume läuft ja zum Glück nicht weg – oder „rollt“, wenn es ein Wohnwagon wird – und bleibt unsere Vision für die Zukunft. :-p

Hier noch ein kleines inspirierendes Video über Shaye & Tom, die mit ihrem Baby in einem super süßen und schönen Tiny House mit Gemüsegarten leben:


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Weiterführendes:
  • Simon Dale: Mit seinem selbstgebauten Hobbithaus und seinem „low impact“-Lebensstil gilt er bis heute als wichtige Inspirationsquelle der Tiny House-Bewegung.
  • Earth Ship: Das komplett selbstversorgende und nachhaltig gebaute Earth Ship soll in Einklang mit der Natur errichtet und genutzt werden. In Österreich hat man leider Schwierigkeiten, eine Bewilligung dafür zu erhalten, aber es ist definitiv eine zukunftsweisende und inspirierende Wohnform.
  • Wohnwagon: Österreichs Tiny-House-Visionäre! Mit ihren super chicen und auch umweltfreundlichen Wohnwagons treffen Wohnwagon genau den Nerv der Zeit – wir bekennen uns als Fans der ersten Stunde.
  • Auf Pinterest haben wir euch eine kleine Tiny-House Pinnwand zusammengestellt.

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