4 Dinge, die Du von Deinem Hund lernen kannst

Wer selbst einen Hund hat, weiß: Einmal in unser Leben gekommen, kann man es sich nicht mehr ohne diesen treuen und liebevollen tierischen Begleiter vorstellen!

4 Dinge lernen vom Hund 1Vor ca. viereinhalb Jahren nahm ich Nala im Alter von 3 Monaten bei mir auf – sie war anonym mit ihren Geschwistern in einem Karton im Tierauffanglager Nitra abgegeben worden. Wer Nitra kennt, kann sich vorstellen, welch irritierende und beängstigende Wochen es dort für Nala gewesen sein müssen. Sie hatte Glück, denn sie fand bereits als Welpe ein Zuhause. Andere Hunde leben seit Jahren in Nitra und werden wohl auch bis zu ihrem Lebensende dort bleiben.

Als sie dann das erste Mal die Wohnung tapsig erkundete, sich im Spiegel selbst zum Spielen aufforderte und wie ein Wirbelwind einem kleinen roten Ball hinterherlief, wars bereits um mich geschehen: eine tiefe Freundschaft hatte begonnen.

Wenn ich so zurückblicke, bemerke ich, dass ich bisher allerhand von Nala lernen konnte und dass sie mich tagtäglich mit ihrer Art, dem Leben zu begegnen, inspiriert…

Voll im Hier und Jetzt sein

4 Dinge lernen vom Hund 4Nala ist IMMER absolut im Hier und Jetzt. Egal ob Fressen, Kuscheln, Beobachten oder Spielen – sie gibt sich allem einfach hin und taucht voll darin ein. Wenn ich ihr manchmal dabei zusehe, wie sie eine Stunde lang gebannt am offenen Balkonfenster steht und die vorbeigehenden Leute unten auf der Straße beobachtet, ohne sich auch nur im Geringsten ablenken zu lassen, frage ich mich, wann ich mich eigentlich zuletzt so exklusiv und innig einer einzigen Sache gewidmet habe… Meist befinde ich mich in einem „multi-taskialen Chaos“: Da wird geschrieben, währenddessen klingelt das Telefon, dann räum ich mal schnell den Geschirrspüler aus, dann check ich kurz Facebook, dann schreib ich wieder ein bisschen, dann tätige ich noch rasch eine Überweisung, telefoniere noch einmal… Und währenddessen sitzt Nala einfach am Fenster, und schaut hinaus. Dann atme ich tief ein, drehe das Handy ab, kappe die Wlan-Verbindung und setze mich eine Weile dazu. Und schaue auch hinaus. Und komme zur Ruhe.

Zusammenhalt und Loyalität

4 Dinge lernen vom Hund 2Wir wissen nicht, von welcher Rasse Nala abstammt – fest steht, dass sie ein Mischling ist und eher keinen Jagdhund in sich hat. Zwar rennt sie gerne (und auch schnell) Bällen, Frisbees und kleineren Hunden hinterher, aber wenn wir unterwegs sind, bleibt sie stets in der Nähe des Rudels. Selbst wenn eine „Beute“ noch so verlockend ist – sie entfernt sich niemals außer Sichtweite. Auch ist es ihr extrem wichtig, dass alle zusammen bleiben und niemand zurückfällt. Geht der Eine voran und der Andere 10 Meter dahinter, bringt man sie in eine verzweifelte Lage: mal rennt sie vor, dann zurück, dann bleibt sie in der Mitte stehen und blickt mit hypnotischem Blick zum Schlusslicht, als wolle sie sagen: „Jetzt mach schneller, du verpasst den Anschluss! Hopp, hopp, du bist nicht in Sicherheit, so ganz alleine da hinten!“. (Möglicherweise steckt ja ein Hüterhund in ihr?) Das Rudel muss zusammen bleiben. Inspirierend und berührend ist ihre Aufforderung, zusammen zu bleiben, jedes Mal wieder aufs Neue. In ihrer Sorge liegt eine weise Erkenntnis versteckt: Menschen sind Herdentiere. Niemand von uns kann vollkommen alleine, nur auf sich gestellt, überleben – das zeigt sich von Geburt an. So lange wie kaum ein anderes Säugetier sind wir vollkommen abhängig von unserem „Rudel“ – wir müssen mit Nahrung, Schutz und Liebe umsorgt werden, um heranzuwachsen. Und auch später ist fast alles, was wir nutzen oder tun, nur möglich, weil jemand anderes daran beteiligt ist. Das Haus, in dem Du wohnst, hat jemand gebaut. Wenn Du es selbst gebaut hast, hat jemand das Material dazu hergestellt. So gut wie alle Dinge des täglichen Gebrauchs wurden von jemandem produziert; Bücher die du liest, von jemandem geschrieben; Nahrung, die du isst, von jemand angepflanzt; etc… Selbst wenn Du Dich als Einzelgänger empfindest – Du wirst immer Teil des riesigen globalen Rudels der Menschheit sein.

Vergebung

4 Dinge lernen vom Hund 3Nala mag es nicht, allein zuhause zu bleiben. Leider muss es unter der Woche für 4-5 Stunden am Tag sein. Sie trägt es mit Fassung, doch manchmal, wenn ich nach Hause komme, „schmollt“ sie und schaut mich gar sehr vorwurfsvoll an. Und auch wenn das bescheuert klingt: Ich könnte schwören, Nala ist der deutschen Sprache mächtig. 😀 Auch so eine „Hundehalter-Krankheit“, dass man irgendwann beginnt, mit dem Hund zu sprechen wie mit einem Menschen. In meiner eigenen Welt macht das zwar absolut Sinn, aber mir ist bewusst, dass es wohl für Außenstehende schräg wirkt. 🙂 Seis drum. Ich erkläre ihr also die Situation und sage, wie leid mir das tut, dass ich sie alleine lassen musste. Sie hört zu, während sie schmollend eingerollt in der Ecke liegt. Doch dann steht sie irgendwann auf, trottet heran und leckt mir die Hand. Ab da ist alles vergeben und vergessen und die übliche Leichtigkeit und Fröhlichkeit kehrt in ihren Hundekörper zurück. Der gesamte Vergebungsakt dauert vielleicht 3-5 Minuten. Kein schlechter Schnitt, um jemand zu vergeben, oder? 😉

Harmonie

Welpe spielt mit MutterWenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte… Oder nicht. Manchmal wird es auch im Hause Cont etwas hitziger, doch zum Glück haben wir ein lebendes Harmonie-Barometer zuhause. Solange wir „nur“ intensiv debattieren über einen tatsächlichen Inhalt, liegt Nala noch entspannt daneben. Sobald es allerdings persönlicher wird und die Diskussion in die Gefilde der verletzten Gefühle und der verbalen Leerphrasen abdriftet, kommt Bewegung in unser Hündchen. Sie wird nervös, kommt einmal zum Einen, einmal zum Andern und versucht mit kleinen Bussis und wedelndem Schwanz Aufmerksamkeit zu erlangen. Meistens gelingt es ihr und unsere Herzen werden wieder weicher. Uns wird bewusst, wie bescheuert unser Streit ist und in genau dem Moment ist er auch schon vorbei. Dann wird die Harmonie wieder hergestellt, Entschuldigungen ausgesprochen und ausgiebig gekuschelt – natürlich mit Nala, die das dann besonders genießt.

Was kannst Du von Deinem Hund alles lernen? Welche Situationen gehen Dir besonders zu Herzen? Worin lässt Du Dich von Deinem Hund inspirieren? Ich freue mich auf Deine Erfahrungen! 🙂

 

3 comments

  1. Ein klasse Beitrag! Und ich bin froh, dass ich nicht der einzige bin, der mit seinem Hund wie mit einem Menschen spricht! Ich mache das übrigens auch, wenn wir uns im Park kurz auf die Bank setzen und ernte dafür manchmal ganz merkwürdige Blicke von den Leuten, die vorbeigehen und mich dabei ‚erwischen‘, wie ich mich mit meinem Hund unterhalte… 🙂 LG, Andy

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  2. Sehr schöner Text und all Deine Punkte kann ich so unterschreiben – von meinen Beiden lerne ich bedingungslose Liebe, wobei man dies auch unter Loyalität nennen könnte und höchste Sensibilität wenn es Frauchen mal nicht so gut geht. Definitiv ihre Beobachtungsgabe, obwohl sich nur Kleinigkeiten unterscheiden wissen sie ganz genau ob sie mitgenommen werden, oder zu Hause bleiben müssen … Ob wir einen langen Spaziergang oder nur Gassi gehen, ob ich mich nur zum spielen für den Garten anziehe oder ob wir wirklich rausgehen usw usw uw … Aber das Leben mit Hund ist einfach toll.

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    1. Voll, die Beobachtungsgabe von Hunden ist wirklich beeindruckend! 🙂 Unsere weiß auch immer ganz genau, was wir im „Schilde“ führen… 🙂 Danke für Dein Feedback und Deine Erfahrungen, das Leben mit Hund ist echt so schön! 🙂

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