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Connection Detox – Erfahrungsbericht

Wie bereits angekündigt (siehe „Ankündigung Connection Detox„), war ich von 7. – 13. August komplett offline: Kein Handy, kein Fernsehen, kein Computer, kein Internet, kein iPad – kurz: nichts Digitales oder Vernetztes. Ich wollte wissen, welche Veränderungen spürbar werden, wenn man sich eine Woche lang weitgehend von Reizen aus der Außenwelt / der Online-Welt abschirmt – soviel kann ich schon verraten: Die Erfahrung war unglaublich bereichernd! (Und das, obwohl ich 2 Tage lang eine teilweise Ausnahme machen musste, aber dazu später mehr…)

Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen dieses Experiments waren:

  • 7 volle Tage
  • Urlaubszeit (in meinem Job arbeite ich hauptsächlich am Computer, der Versuch wäre also nicht in diesem Ausmaß möglich gewesen)
  • im Notfall erreichbar über meinen Mann Harry
  • Zuhause / bei der Family im „normalen Alltag“ (also keine Reise auf eine ferne einsame Insel, wo das Abschalten gleich mal leichter fällt…) 😉

Der erste Tag war etwas merkwürdig und ich ertappte mich permanent dabei, auf dem Weg zu Handy oder Computer zu sein, nur um kurz darauf zu merken: „Ups, geht ja nicht“. Doch bereits am zweiten Tag war der Spuk vorbei und ich hatte mich an die neue Situation gewöhnt.

Besonders bemerkenswert waren drei Effekte:

Mehr Kreativität

Connection Detox 5Meine Kreativität hat einen enormen Aufschwung erlebt! Die Muse hat sich seit längerem mal wieder blicken lassen und ich habe seit Monaten zum ersten Mal wieder Klavier gespielt, Tagebuch geschrieben, gemalt und mit meinem Mann Harald gemeinsam ein neues Buchprojekt gestartet! 🙂 Vielleicht ist es aber auch so, dass ich die kreativen Impulse durch die fehlende ständige Ablenkung einfach deutlicher wahrgenommen habe und ihnen so besser folgen konnte. Auf jeden Fall tat es extrem gut, mich wieder musischen Tätigkeiten abseits des Computers zu widmen.

Zeitlosigkeit

Connection Detox 1Diese eine Woche kam mir deutlich länger vor als üblich. Normalerweise empfinde ich es so, dass die Tage und Wochen nur so „vorbeirauschen“, also mein subjektives Zeit-Empfinden hat eine hohe Geschwindigkeit. Im Urlaub ist das zwar meistens etwas verlangsamt, aber in dieser Woche war es so, dass die Zeit nicht nur langsamer verlief, sondern phasenweise gänzlich verloren ging – ich wusste oft nicht, welcher Wochentag oder wie spät es war und wenn ich nun zurückblicke, kommen mir diese 7 Tage wie mehrere Wochen vor. Diese Erfahrung war sehr heilsam für mich, da ich sonst ständig am Planen und Strukturieren bin – dieses Aufgehen im Moment war eine wahre Wohltat.

Fokus und Konzentration

Connection Detox 2Ein weiterer, deutlich spürbarer Effekt äußerte sich in einer enorm gesteigerten Konzentrationsfähigkeit sowie in einem geschärften Fokus. Es ist Monate her, seit ich mich zum letzten Mal für mehrere Stunden vollkommen auf ein Buch einlassen konnte. Ich gehe zwar nie ohne Buch außer Haus und lese viel, doch meist ist das Lesen sehr fragmentarisch und oftmals unterbrochen durch Telefonate, diverse Handlungen, kurze „To-Dos“ am Computer, etc. Die Abwesenheit von Anrufen und jedwedem Gebimmele und Gepiepse (Mails, SMS, Whatsapp, Facebook, Instagram… unglaublich, was für Apps da ständig herumbimmeln!) ermöglichte mir, mich völlig in verschiedenen Buchwelten verlieren zu können, ohne zu bemerken, dass bereits fünf oder sechs Stunden vergangen waren. Flowzustand in Reinkultur! Aber nicht nur auf Bücher bezogen, auch beim Lernen für meine erste Fern-Uni-Prüfung im September bemerkte ich ein deutlich gesteigertes Maß an Konzentration. Wäre es nicht wunderbar, auch im stressigen Job-Alltag mit solch einer Konzentration ans Werk zu gehen!?

Connection Detox im Alltag: Ein paar Ideen

Für mich steht fest: Ich möchte die Muse, die Konzentration und das verlangsamte Zeitempfinden auch im normalen „Alltagswahnsinn“ beibehalten. Dafür braucht es allerdings ein paar Maßnahmen und Veränderungen. Folgende Ideen habe ich gesammelt, um das „Connection Detox“-Feeling in den Alltag einzubauen:

  • Regulierte Online-Zeiten: Anstatt dauerhaft online zu sein und alle fünf Minuten verschiedenste Social-Media Kanäle zu checken, werde ich mir ganz bestimmte Zeiten einrichten, wo ich mich gezielt der Pflege der Netzwerke widme – in meinem Fall eine halbe Stunde bis Stunde morgens und nochmal eine halbe Stunde bis Stunde abends vor dem Abendessen.
  • Connection Detox 4Den Flugmodus zum Freund machen: Jedes moderne Handy hat ihn, den „Flugmodus“, bei welchem mit einem Klick sämtliche Verbindungen gekappt werden. Es kommen somit keine Anrufe, keine SMS und keine Internet-Anwendungen wie WhatsApp oder Facebook mehr durch.
  • Geräte ausschalten: Mein Computer, mein Telefon und mein iPad sind niemals ausgeschalten, und ich meine damit wirklich niemals. Das ermöglicht zwar im Bedarfsfall eine Nutzung innerhalb von einer Sekunde, ist damit aber auch zugleich ein wahrer Fluch, denn: Es ermöglicht eine Nutzung innerhalb von einer Sekunde. 😉 Somit greife ich gefühlte hundert Mal zu iPad, Handy und Laptop, um „kurz was zu checken“ und schwupps, sind wieder 15 (meist unnötige!) Minuten verloren. Künftig werde ich also die Geräte regelmäßig ausschalten, um dadurch die Hemmschwelle deutlich zu erhöhen, mal „eben schnell“ was zu checken.
  • Ein Offline-Tag pro Woche: Eine Idee ist auch, jede Woche einen Tag einzubauen, an dem man komplett offline ist und Bildschirm-Aktivitäten wie Fernsehen oder Surfen vermeidet. Für mich bietet sich das zum Beispiel am Wochenende an.
  • 1-2 Mal Connection-Detox pro Jahr: Künftig möchte ich 1-2 Wochen pro Jahr so eine Connection Detox Kur machen, da es wirklich eine heilsame und inspirierende Zeit war. Man kommt erfrischt und mit neuen Ideen daraus hervor und erobert sich ein entspanntes und langsames Zeitgefühl zurück. 🙂

Ausnahmen: Notfälle

Connection Detox 3Ich sagte meinen Verwandten im Vorfeld, dass ich für eine Woche nicht erreichbar sein würde, damit sie sich keine Sorgen machen. Außerdem teilte ich ihnen mit, dass Harry sein Telefon weiter nutzt und sie mich im Notfall (Krankheits- oder Todesfall) über ihn erreichen könnten. Leider trat tatsächlich so ein Notfall ein und Donnerstag Abend erreichte mich über Harrys Handy die Nachricht, dass meine Schwester akut erkrankt sei. Da weder Mama noch Papa geographisch in der Nähe waren, musste die große Schwester ran und so war ich von Donnerstag Abend bis Sonntag Nachmittag 24-Stunden-Krankenpflege, Köchin, Putzfrau und Seelenbetreuerin in Personalunion. ;-) Mein Laptop sowie iPad blieben weiterhin ausgeschaltet. Mein Telefon hingegen nahm ich in Betrieb (jedoch ohne Internetverbindung), da sich Eltern und Freunde Sorgen machten und ich ihnen tägliche „Status-Berichte“ lieferte. Mittlerweile hat das Schwesterchen zum Glück das Schlimmste überstanden! :-)

Fazit

Gerade in der heutigen Zeit kann ich jedem Menschen nur empfehlen, hin und wieder eine Pause von der Online-Welt zu nehmen – ich kann gar nicht adäquat in Worte fassen, wie erholsam diese Tage waren. Und es ist ein denkbar einfacher Weg, zu mehr Konzentration, Kreativität und Flowgefühl zu gelangen!

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