Heilsame Umreichungen

Umarmungen gehören von klein an zu den heilsamsten und nährendsten Berührungen zwischen Menschen – und weil wir sie als unglaublich bereichernd empfinden, wollen wir sie hier Umreichungen nennen.

Dass Umreichungen nicht nur angenehm sind, sondern auch deine Gesundheit sowie dein seelisch-geistiges Wohlbefinden fördern können, zeigen dir die folgenden 5 Punkten:

1. Wellness fürs Gehirn

heilsame-umreichung-00001Verschiedene Studien haben den positiven Effekt von Umreichungen bereits nachgewiesen: Bei einer länger andauernden Umreichung kommt es zur Ausschüttung von Serotonin (Entspannung), Oxytocin (Bindung) und Dopamin (Glücksgefühl). Zudem wird der Cortisol-Spiegel gesenkt, was stress-reduzierend wirkt. Es ist dabei nachrangig, wen du umreichst – das kann der Partner, deine Mutter, dein Vater, dein Kind, dein bester Freund oder deine beste Freundin sein. Es könnte sogar jemand völlig Fremdes sein – wichtig ist, dass du dich auf die Umreichung einlassen kannst (was bei vertrauten Personen eben wahrscheinlicher ist).

2. Nonverbal kommunizieren

heilsame-umreichung-00004Keine zwei Umreichungen sind jemals gleich. Wenn du zehn verschiedene Menschen hintereinander umreichst, wirst du zehn Mal völlig verschiedene Empfindungen und Wahrnehmungen haben: Manche Umreichungen sind zart wie der Flügelschlag eines Schmetterlings, manche Umreichungen robust wie ein Fels in der Brandung. Manche sind fordernd und einsaugend, manche schüchtern und zurückhaltend. Bei manchen hast du sofort das Gefühl, „zu Hause“ zu sein und wieder bei anderen beginnst du dich instinktiv zu verschließen. Eine Umreichung verrät dir unglaublich viel über dein Gegenüber – spüre aufmerksam hin und öffne dein Herz für die Ebene des Nicht-Gesagten.

3. Auflösen emotionaler Blockaden

heilsame-umreichung-00005Wenn wir nicht viel Erfahrung mit körperlichen Berührungen haben oder Traumata auf der emotionalen Ebene entstanden sind, kann es sein, dass du dich bei Umreichungen nicht wohl fühlst. Womöglich verkrampfst du dich, ziehst die Schultern hoch und fängst an, deinem Gegenüber hölzern auf den Rücken zu klopfen. Wahrscheinlich hältst du während der paar Sekunden einer Umreichung auch den Atem an. Sollte es dir so gehen, versuche folgendes: Bitte eine dir sehr vertraute Person um Mithilfe. Sie hat nichts anderes zu tun als dich einfach nur zu halten – ohne dabei etwas bestimmtes sagen oder tun zu müssen. Der erste Schritt ist, einmal bewusst wahrzunehmen, wie und wo du dich verkrampfst. Nach welcher Zeit hast du das Bedürfnis, dich wieder zurückzuziehen? Versuche diesen Punkt vorsichtig zu überschreiten und die Umreichung eine Weile länger andauern zu lassen, als du es üblicherweise tun würdest. Achte auf deinen Atem – atme tief durch die Nase ein und durch den Mund aus. Versuche dabei, bei jedem Ausatmen etwas weicher zu werden. Dein Kopf ist vielleicht mit dem Gesicht nach außen gedreht – drehe ihn zumindest gerade, in eine neutrale Haltung. Sollte dein Gegenüber dir sehr vertraut sein, kannst du mit der Zeit auch versuchen, den Kopf nach innen zu wenden und ihn zu „vergraben“. Es kann sein, dass es einen Punkt gibt, an dem du stark emotional wirst, vielleicht weinen musst oder andere Gefühle hochkommen. Lass es zu, wenn du kannst. Dies muss nicht in einer einzigen Umreichung geschehen. Du kannst dich über mehrere Tagen und Wochen an dieses Fallen-Lassen herantasten. Es lohnt sich – eine solche Umreichung mit einer dir vertrauten Person kann eine unglaublich intensiv-heilende Erfahrung sein.

4. Geborgenheit und Selbstsicherheit

Wenn wir regelmäßig in liebevollen Umreichungen baden, steigert das unser Grundvertrauen und unser Sicherheitsgefühl. Wir gehen gestärkt mit den positiven und liebevollen Schwingungen der Umreichung in die Welt und fühlen uns weniger alleine mit unseren Problemen, Sorgen und Herausforderungen. Oft können wir die Umreichung einer geliebten Person noch lange nach der eigentlichen Berührung spüren.

5. Geben und Nehmen

heilsame-umreichung-00003Nicht zuletzt kannst du bei einer Umreichung wunderbar das Wechselspiel zwischen Geben und Nehmen beobachten und auch spüren. Hat eine Freundin einen Verlust erlitten und ist nun sehr traurig? Dann schenkst du ihr deine Umreichung und gibst Trost. Bist du selbst ängstlich und ziehst dich in die Arme eines geliebten Menschen zurück? Dann nimmst du Schutz und Sicherheit an. Auch während ein und derselben Umreichung kannst du aufmerksam hinspüren und beobachten, wie der Energiefluss zwischen dir und der umreichten Person verläuft und wie er sich mit der Zeit verändert.

Abschließend möchte ich die Familientherapeutin Virginia Satir zitieren:

„We need four hugs a day for survival, eight hugs a day for maintenance, and twelve hugs a day for growth.“ – Virginia Satir

In diesem Sinne: Umreichet euch, soviel ihr könnt! 🙂

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