Karma – Gib, was du haben möchtest

Jeder kennt den Begriff Karma. Doch was bedeutet er eigentlich genau? Welche Gesetzmäßigkeiten verbergen sich dahinter und wie kann ich im Alltag mit diesen umgehen?

Karma BumerangUrsprünglich aus dem Sanskrit kommend, bezeichnet „Karma“ übersetzt soviel wie Wirken, Tat. In mehreren Religionen, wie etwa dem Hinduismus, dem Buddhismus oder dem Jainismus, bezeichnet Karma ein spirituelles Konzept, welches auf dem Gesetz von Ursache und Wirkung beruht. Demnach hat jede Handlung und sogar jeder Gedanke unweigerlich eine Folge – positiv wie negativ. Man kann sich Karma wie einen Bumerang vorstellen, der immer wieder zu einem zurückkehrt, nachdem man ihn losgeschickt hat. 

Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück. 

Karma im Buddhismus

Karma - Gib, was du haben möchtest 2Am bekanntesten in Europa ist wohl die Karmalehre des Buddhismus. Beruhend auf der Annahme der Wiedergeburt (Reinkarnation), führt jede Handlung und jeder Gedanke zu Karma (im Buddhismus auch als „Samen“ oder „Prägung“ bezeichnet), welches die Ereignisse in diesem oder einem späteren Leben erzeugt. Dabei gibt es drei verschiedene Zeitpunkte, wann die karmische Wirkung einer Handlung eintreten kann:

  • In dieser Inkarnation
  • In der nächsten Inkarnation
  • In einer späteren Inkarnation

Oberstes Ziel im Buddhismus ist es, überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen, egal ob positiv oder negativ, um aus dem Rad der Wiedergeburten (Samsara) aussteigen zu können. Dieses Rad wird angetrieben durch das Prinzip, dass auf eine Handlung immer eine Wirkung folgen muss – habe ich also am Ende einer Inkarnation noch nicht alle Wirkungen meiner karmischen Samen erfahren, muss es zwangsläufig eine nächste Inkarnation geben (sehr vereinfacht ausgedrückt).

What goes around comes around.

Zu beachten ist im Buddhismus, dass die Absicht (cetana) hinter einer Handlung immer wichtiger ist als die Handlung selbst! Also: Wenn ich meinem Schatz einen heißen Kaffee an den Arbeitstisch bringe, und diesen dann unabsichtlich über seine Computertastatur schütte, gilt für die Erzeugung meines Karmas vordergründig die liebevolle Absicht hinter dem Missgeschick.

Vorteile des Karma-Konzeptes

Mir persönlich gefällt das Konzept des Karmas aus folgenden 2 Gründen besonders gut:

  1. Karma - Gib was du haben möchtest 4Man ist für alles, was einem widerfährt, selbst verantwortlich. Dies bedeutet auch, dass man selbst aktiv beeinflussen kann, welche subjektive Welt um einen herum entsteht. Man ist kein passives, willenloses Opfer, welches vom bösen Schicksal gebeutelt wird, sondern aktiver Erzeuger seines Lebens und der Ereignisse darin.
  2. Mit Karma zu mehr Frieden. Wenn ich vollends davon überzeugt bin, dass jede negative Handlung und jeder negative Gedanke unweigerlich eine negative Folge für mich hat, werde ich tunlichst vermeiden, solche negativen Samen in die Welt zu setzen. Ich werde mich bemühen, liebevolle, mitfühlende und hilfreiche Samen zu setzen, um ebenfalls Liebe, Mitgefühl, Hilfe, etc. zu erfahren. Wenn dies wiederum alle Menschen tun würden, wäre die Welt ein friedlicherer und schönerer Ort.

Geshe Michael Roach, Bestseller-Autor und Lehrer des tibetischen Buddhismus, beschreibt in seinem Buch „Das Karma der Liebe“, wie wir das Prinzip des Karmas in unserem Leben nutzen können, um Verantwortung für unser Glück zu übernehmen. Der Leitgedanke dabei ist:

Gib, was du haben möchtest!

Karma - Gib was du haben möchtest 3Wünscht Du Dir beispielsweise jemanden an Deiner Seite, der mit Dir durchs Leben geht und Dich zweisam statt einsam fühlen lässt, dann verringere zunächst die Einsamkeit von jemand anderem oder steh jemandem zur Seite, der gerade einen Freund braucht.

Oder wünscht Du Dir mehr Erfolg in deinem Beruf, dann hilf zunächst anderen Menschen, in ihrem Beruf erfolgreicher zu sein.

Anhand von konkreten 4-Schritte-Programmen führt Michael Roach den Leser in die praktische Anwendung des Karma-Prinzips ein und gibt zahlreiche Anregungen, wie man kreativ und originell mehr karmische Samen für Glück, Gesundheit, Liebe und Harmonie sähen kann. Ein schönes Buch, das ich sehr empfehlen kann!

Man erntet, was man sät.

Hier noch für alle Karma-Interessierte ein tiefergehendes Erklärungsvideo von Mindah-Lee Kumar (The Enthusiastic Buddhist):

 

 

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